Uschi`s Welt ist jetzt im Himmel

Die andere Seite der Medaille - 6 - das lange Leiden

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Auch wenn das Denken manchmal schwer fiel, für diesen Ablauf wurde ich nun zuständig fühlte sich Uschi sofern die Schmerzen es zuließen absolut Tatkräftig. Ja, fühlen und tatsächlich sein sind zweierlei, die Fibro unterdrückt leider auch wichtige Körpersignale, Warnsignale wenn der Körper normalerweise merkt das es genug ist, das „Stoppsignal“ war nicht mehr da….. Das ist für mich das gefährliche an der Fibro, der Kranke erkennt nicht mehr seine eigenen Grenzen. Ein Powermensch wie Uschi ging weit über ihre Grenzen, sie wühlte stundenlang bis zur absoluten Erschöpfung im Garten, sie bastelte und nähte Nächte durch. Erst die totale körperliche Erschöpfung und massive Schmerzen stoppten sie. Das war nicht gut für ihren geschundenen Körper, die Bandscheiben und Wirbelkörper waren ja bekanntlich „mechanisch“ kaputt, der Lupus mit seinen Entzündungen war ja auch noch da, der Körper brannte aus. Ja, wie stoppt man solchen einem Menschen, wie stoppt man als liebender Partner eine Frau wo man sieht das sie sich zu Grunde wirtschaftet? Ihr geliebtes Hobby Motorrad fahren musste sie ja schon wegen der Folgen der Fibro aufgeben, was denn noch alles? Sie hatte ja auch immer für alle gesorgt, Kinder, Enkelkinder, Nachbarn, Geschwister und natürlich auch für ihren Mann. Jetzt sollte sie weniger machen sich schonen, sie empfand es als Gängelei, als Blödsinn von mir, ich würde mir zu viele Sorgen machen, hätte zu viel gelesen…. Ja, es waren einige Diskussionen die wir führten, als „Heimpfleger“ hat man keinen leichten Stand mit solchem Patienten. Uschi konnte ja nichts dafür, die Fibro verhinderte das sie erkannte worum es ging. Um den Stress der Fibro zu verarbeiten, um die Schmerzen in Griff zu bekommen, gingen wir zur Psychotherapie, klar war es ein Problem von Uschi, aber die Fibro ist eine Fehlsteuerung wo auch Stress und die Psyche eine Rolle spielt, wo in der Behandlung auch der Partner mit eingebunden werden muss, sonst wird das nichts. Es ging um Ursachenforschung um einen Weg der Linderung zu finden und da gehört der Partner in den Prozess mit hinein. Allein kann der Kranke es nicht schaffen, auch nicht mit Psychotherapeuten. Auch musste ein Weg gefunden werden um diesen „Powerriegel“ etwas zu stoppen, ohne das ein schlechtes Gefühl aufkam, ohne das noch eine Depression dazu kam. Wir waren inzwischen bei Fetanyl Pflastern in der Schmerztherapie angekommen, also bei den Opioiden. Auch stand mal wieder eine OP an, wenn auch eine kleine, die Zehennägel der Großzehen mussten ab. Die dauernden Bindehautentzündungen und die Resochin Zeit zeigten auch ihre Wirkung, auch das derzeitige MTX war ja nicht ganz harmlos, im August 2008 war eine Kataraktextration fällig. Dazu kam das Restless-Legs-Syndrom das nächste gesundheitliche Problem, wahrscheinlich ein Erbe ihrer Mutter. Noch ein Grund mehr nicht zur Ruhe zu kommen, nicht zu liegen, denn dann fingen die Beschwerden an. Zu Fentanyl Pflastern benötigt man ein Anti- Brechmittel, da Opiate sehr oft zur Übelkeit führen. Das wollte die Krankenkasse aber nicht zahlen, da nicht gelistet. Und wieder begann ein Papierkrieg bis zur Vorstellung in der Vorstandsetage.
Seite 7 Seite 7 Seite 5 Seite 5 Deine Fibro? Deine Fibro?
Uschi`s Leben
Eine Geschichte von einer außergewöhnlichen Frau ein kurzer Ausschnitt ihres leider zur kurzen Lebens